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WAZ: Die Prüfer rechnen ab - Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Der Bundesrechnungshof hat der Bundesregierung 224 Seiten voller kluger Sparvorschläge übergeben. Das tut er jedes Jahr und ärgert sich jedes darauffolgende Jahr, dass so gut wie nichts davon getan wurde. Vielleicht liegt es ja daran, dass die vielen konkreten Ideen von allgemeiner Politikberatung flankiert werden, die zuweilen ins Populistische abdriftet.

      Der Rechnungshof prangert also die Gehälter der Kassenchefs an.
Damit steht er nicht allein, am Stammtisch zumal. Man kürze ihre
Gehälter, und spart ganz viel Geld. Doch so einfach ist es nicht. Die
Kassen sollen sich einen Wettbewerb liefern - um Kosten zu sparen.
Eine erfolgreiche Kasse kann Arzneipreise drücken. Und sie kann
kleine Kassen schlucken, auch das spart Geld. Deshalb muss ein guter
Chef mehr verdienen als ein schlechter.

      Wirklich ärgerlich ist, dass sich der Rechnungshof mit den Kassen
jene ausgeguckt hat, die den Daumen auf dem Geld der Versicherten
haben. Die es verteilen, werden glatt vergessen. Dabei verdienen
Chefs von Kassenärztlichen Vereinigungen noch viel mehr. Und sie
leiten keine Unternehmen mit zehntausenden Mitarbeitern. Ob das
angemessen ist, darüber ließe sich prima streiten.

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