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WAZ: Arbeiten an der Akzeptanz - Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Nun die Systemfrage: Nach dieser Finanzkrise ist es kein Wunder, dass das Vertrauen in den Kapitalismus erschüttert ist. Doch was ist Kapitalismus? Der ökonomisch erfolgreiche chinesische Staatskapitalismus hat mit der Freiheit des Einzelnen nichts zu tun, der Hire-and-Fire-Kapitalismus der USA hingegen viel. Hier zu Lande genießen wir die Soziale Marktwirtschaft, ein vergleichsweise behütetes System, das es zu einem Wohlfahrtsstaat gebracht hat, der in der Lage war, eine durch den Sozialismus ruinierte Wirtschaft wieder aufzubauen. Das allein zeigt die Überlegenheit einer Wirtschaft, die auf Wettbewerb fußt, den Arbeitgebern und Gewerkschaften aber Lohnverhandlungen weitgehend lässt und sozialen Ausgleich organisiert. Die Zweifel, die es dennoch gibt, haben auch Spitzenleute der Wirtschaft genährt: Millionengehälter im Versagensfall und Kündigung von Mitarbeitern wegen Pfandbon-Diebstahls - das versteht kein Mensch. Manager und Politiker haben daher die Aufgabe, solche Missstände aufzugreifen. Die Akzeptanz will erarbeitet sein.

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