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WAZ: Sextäter-Therapie im Kindergarten - Unerträglich - Leitartikel von Tina Bucek

    Essen (ots) - Keine Frage: Jugendliche Sexualstraftäter müssen therapiert werden. Weil Therapie weiterem Missbrauch vorbeugen und damit den potenziellen Opfern helfen kann. Darum ist das Projekt in der Gelsenkirchener Erziehungsberatungsstelle eigentlich ein tolles, ein mutiges Projekt. Weil Wegsperren eben auf Dauer keine Lösung ist, weil qualifizierte Fachleute sich hier intensiv mit Tätern auseinandersetzen.   Es geht aber vor allem um die kleinen Mädchen und Jungen, die von diesen Jugendlichen oft mehrfach vergewaltigt wurden. Die Verantwortlichen, die eine solche Therapiegruppe in einem Kindergarten erlaubten - allen voran das Jugendamt Gelsenkirchen - haben versäumt, die berechtigten Ängste, die im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch bestehen, ernst zu nehmen. Ja, Tätertherapie ist notwendig und sinnvoll. Aber wenn Jugendliche, die Kinder auf Spielplätzen und Schulhöfen angesprochen und schließlich missbraucht haben, auf dem Gelände und im Gebäude eines Kindergartens regelmäßig ein und aus gehen, dann ist das grob fahrlässig. Dass Eltern darüber nicht informiert werden, ist unerträglich.

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