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WAZ: HRE - schnell verkaufen. Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Bundesrepublik verstaatlicht Hypo Real Estate - vor zwei Jahren hätte diese Schlagzeile die Welt erschüttert; heute ist die endgültige Machtübernahme des Staates bei dem havarierten Bank-Tanker Vollzug. Der Schrecken der Finanzkrise hat überzeugte Marktwirtschaftler Demut gelehrt. Kein Aufschrei weit und breit - abgesehen von betroffenen Aktionären, die allerdings mehr den Enteignungspreis und das Verfahren kritisieren als die Verstaatlichung selbst.  Das liegt an der ungeheuren Summe von 100 Milliarden Euro, die der Staat zur Rettung der Bank garantieren musste. Wenn eine Regierung den Steuerzahlern Risiken aufhalst, weil sonst das Bankensystem zusammengebrochen wäre, dann muss sie vollen Durchgriff auf die Bank haben. Eine weitere Sozialisierung der Risiken und Privatisierung der Gewinne wäre politisch unverantwortbar. Es ist bitter für Aktionäre, die viel Geld verloren haben. Man stelle sich aber nur vor, Börsenzocker, die auf die Staatsrettung spekulieren, hätten auch noch ihre Schnitte gemacht. Schwarz-Gelb muss sich jetzt daran messen lassen, wie schnell sie die HRE privatisiert.

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