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WAZ: Doktor Kinderlos. Kommentar von Birgitta Stauber-Klein

    Essen (ots) - Junge, forschungsbegeisterte Akademiker sind erst einmal über jeden Job froh, den sie im Wissenschaftsbetrieb ergattern können. Mag er auch befristet sein und sich auf bezahlte 20 Wochenstunden beschränken, obwohl der Professor 40 verlangt.

      Der Wunsch, zu promovieren, sich intensiv mit einem Thema
beschäftigen zu können, ist bei jungen Wissenschaftlern groß. Viele
akzeptieren die prekären Beschäftigungsverhältnisse, die über Jahre
eine einigermaßen sichere Zukunft unmöglich machen. Sie nehmen
aufeinanderfolgende Befristungen hin - immer die Gefahr vor Augen,
nach einem Forschungsprojekt arbeitslos zu werden.

      Hinzu kommt, dass der Wissenschaftsbetrieb seine Mitabeiter
völlig vereinnahmt. Wer sich dennoch für eine Uni-Laufbahn
entscheidet, wird sich mit der Ausbeutung trotz schlechter
Perspektiven abfinden müssen.

      Und mit der Kinderlosigkeit. Denn die Zustände an den Hochschulen
führen dazu, dass sich Wissenschaft und Elternschaft ausschließen.
Auch dies ist ein Beitrag zur verheerenden demografischen Entwicklung
in Deutschland.

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