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WAZ: Notwendiges Armutszeugnis - Kommentar von Sabine Brendel

    Essen (ots) - Eine Frauenquote ist ein Armutszeugnis. Da leben wir schon in einer Zeit und einem Land, in denen Frauen Unternehmenstüren viel weiter offen stehen als vor zwanzig Jahren. Da braucht es keine Platzreservierungen für ein Geschlecht. Es reicht, den Frauen zuzurufen: Los, bildet Euch, traut Euch und macht Karriere - theoretisch. Praktisch aber sind Frauen in Spitzenpositionen in Deutschland selten. Das hat viele Ursachen. Frauen fordern (sich) weniger als Männer, denen weiter eingeimpft wird: Jungs, macht Karriere, auch, damit Ihr Eure Familie ernähren könnt. Und wenn ein Paar Kinder möchte, bietet Deutschland weder ausreichend Betreuungsplätze noch ausreichend Teilzeitstellen, die das Karriere-Aus bedeuten. Zudem gibt es weiter zu viele Männer, die höchstens ein bisschen Elternzeit nehmen, statt sich mit ihrer Partnerin die wichtige und schöne Aufgabe zu teilen, Kinder großzuziehen. Wirtschaftswelt und Firmenkulturen bleiben also männlich geprägt. Eine Frauenquote ändert das, indem sie Männer und Frauen in die Pflicht nimmt. Schön ist so ein Druck nicht, aber ein notwendiges Übel - leider.

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