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WAZ: Chance und Wagnis - Kommentar von Thomas Wels

    Essen (ots) - Was für ein Finale: Einen solchen Poker hat die deutsche Wirtschaft noch nicht gesehen. Nach Monaten voller Halb- und Desinformationen hat sich General Motors nun doch entschieden, den Interessen der Arbeitnehmer, Bundesregierung und Bundesländer nachzugeben - Opel geht an Magna. Für die Opelaner ist das erstmal die Stunde der Erleichterung, weil die schier ans Unerträgliche grenzende Ungewissheit ein Ende hat. Vor allem für die Beschäftigten in Bochum, Eisenach und Antwerpen ist Magna eine gute Nachricht: Mit GM als Mutter wären diese Standorte wohl geschlossen worden.

      Ökonomisch und politisch gesehen bleibt das Unterfangen ein
einmaliges Wagnis. Ohne die 4,5 Milliarden Euro Bürgschaften (oder
gar Kredite) hätte sich kein Investor für Opel interessiert. Die
Bundesregierung hat der Traditionsmarke eine Chance verschafft. Die
Arbeit aber fängt jetzt erst an, schmerzhafte Einschnitte inklusive.
In Bochum sollen 2000 Stellen wegfallen, wenn auch ohne Kündigungen.
Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier haben ein Etappenziel
erreicht. Hoffen wir, dass der Weg von Opel weiter reicht als der von
Holzmann.

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