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WAZ: Jürgen Trittin und "Jamaika" - Interessantes Signal. Kommentar von Frank Stenglein

    Essen (ots) - In Parteien ist entscheidend, wer genau einen Vorstoß in schwieriges Gefilde wagt. Das gilt gerade auch für die Grünen. Wenn ein überzeugter Realo wie etwa Cem Özdemir einen Schritt auf CDU und FDP zugeht, ist das normal. Wenn ein Jürgen Trittin dasselbe macht, dann ist es bemerkenswert und ein hochinteressantes Signal. Traditionell gehört Trittin zu jenen Wortführern bei den Grünen, die sich mit Union und FDP besonders schwer tun, denen allein schon der Habitus eines Guido Westerwelle Pein bereitet. Ungeachtet pragmatischer Wandlungen, ist er im Herzen ein linker Grüner geblieben, und als solcher eine Symbolfigur. Wenn es um Lockerungsübungen in Richtung Mitte geht, ist seine innerparteiliche Autorität deshalb unverzichtbar. Trittin will regieren und keine Option verbauen, obwohl zu Euphorie kein Anlass besteht. Die Jamaika-Koalition, das Bündnis von Union, FDP und Grünen, bleibt eine wenig wahrscheinliche Kombination, schon weil die Grünen dabei die größten Kröten zu schlucken hätten. Das aber ist keine Stärke grüner Parteitage. Und dennoch: In der Sache gehören die ganz großen, unüberwindlichen Differenzen der Vergangenheit an. Das gilt selbst für FDP und Grüne.

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