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WAZ: Afghanische Lektionen - Kommentar von Miguel Sanches

    Essen (ots) - Es war ein tadelloser Auftritt, einfühlsam, Konsens stiftend, zugleich mit Härte, Schneid. Zum Luftangriff in Afghanistan hat Angela Merkel souverän Stellung bezogen. Sie hat sich Respekt verschafft.

      Drei Eindrücke werden die Debatte überdauern: Merkels
Versprechen, den Abzug der Soldaten in Angriff zu nehmen; die
Geschlossenheit der Großen Koalition (ein letztes Mal?); die
Engstirnigkeit von Franz Josef Jung. Der Verteidigungsminister hatte
tagelang nicht den Ton getroffen. Nur deshalb war eine Erklärung erst
nötig geworden

      Afghanistan bleibt ein Thema im Wahlkampf. Die Debatte lässt
hoffen, dass ein gewisses Niveau nicht unterschritten wird. Merkel
hat einen Truppenabzug an Bedingungen geknüpft. Und doch sind
Erwartungen geweckt worden, dass in fünf Jahren der Abzug eingeleitet
wird. Daran wird man Merkel erinnern. Bis dahin wird es in
Afghanistan zivile Opfer geben; schon, weil man sie oft nicht so
exakt von den Taliban unterscheiden kann. Umso mehr kommt es auf die
Ansprache an. "Entschuldigen, entschädigen, untersuchen", lautet der
Dreisatz, den die USA gelernt haben. Jung scheitert an der
Entschuldigung.

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