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WAZ: Althaus Abgang - Kommentar von Ulrich Reitz

    Essen (ots) - Selbst im Abgang noch bleibt Dieter Althaus erschreckend würdelos. Er geht, weil er gehen muss, nicht, weil er gehen will. Er geht als Getriebener. Er geht wegen einer Wahlniederlage, aus Gründen der Macht also, nicht der Moral, wie es einzig richtig gewesen wäre. Diese Art Abgang beschämt die Politik.

      Althaus hat Beata Christandl, Mutter von vier Kindern,
totgefahren. Er machte kühl weiter. Althaus inszenierte sich dann im
Wahlkampf als Opfer, eine bodenlose Geschmacklosigkeit. Althaus belog
aus Wahltaktik die Öffentlichkeit, indem er eine freundschaftliche
Beziehung zum Witwer behauptete. Nicht eigene Einsicht, Richter
stoppten ihn.

      Althaus nennt sich selber einen bekennenden Christen. Hat er je
um Vergebung gebeten?

      Selten hat ein Politiker derart menschlich versagt wie Althaus.
Dass ihn eine Partei der bürgerlichen Mitte so lange gewähren ließ,
in Thüringen, in Berlin, zeigt leider einmal mehr, wie groß der
Abstand zwischen der Parallelwelt Politik und ihren selbst gesetzten
Regeln einerseits und dem normalmenschlichen Empfinden andererseits
geworden ist. Ein Trauerspiel.

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