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WAZ: Obama und die Geschichte - Unverzichtbare USA. Kommentar von Frank Stenglein

    Essen (ots) - Barack Obama ist ein Prophet des Neuanfangs, aber auch er weiß: Nur die Geschichte verschafft jene Legitimation nach Innen und Außen, die große Mächte benötigen. War am Donnerstag die Zeit der angedeuteten Selbstkritik über die nahöstlichen Verirrungen, so geht es bei den Besuchen im KZ Buchenwald und an den Stränden der Normandie um die positive Selbstvergewisserung der USA. Im Zweiten Weltkrieg erlebte Amerika im eigenen Empfinden die "finest hour", seine größte Zeit. Sie war hart und opferreich, aber nie zuvor und selten danach war die Nation so mit sich im Reinen. Man ließ die Waffen sprechen, jedoch im Dienst einer gerechten Sache. Genau dieses Gefühl wird schmerzlich vermisst. Die USA verlieren in Kriegen tausende Menschenleben, doch viele Amerikaner begreifen nicht mehr, warum. Wenn Obama an die Befreiung Europas erinnert, vermittelt er seinen Landsleuten eine stolze Botschaft: Ohne Amerika, das sich als unverzichtbare Nation versteht, ist die Freiheit auf der Welt nicht zu sichern. Allen Abgesängen und aller berechtigten Kritik zum Trotz: Es stimmt noch immer.

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