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WAZ: Verwirrte Patienten - Kommentar von Petra Koruhn

    Essen (ots) - Dass sich ab heute Millionen Menschen auf neue Arzneimittel einstellen müssen, ist für viele keine gute Nachricht. Natürlich bleiben die Haupt-Wirkstoffe dieselben. Medizinisch alles in Ordnung? Im Gegenteil.

      Um Erfolg in der Therapie zu erzielen, braucht es Vertrauen - zum
Arzt und zum Medikament. Zig Studien belegen, dass die Wirkung der
Pillen nur so hoch ist wie das Vertrauen, das ihnen entgegen gebracht
wird. 40 Prozent aller Pillen werden nicht eingenommen
(volkswirtschaftlicher Schaden jährlich ca. drei bis vier Milliarden
Euro), weil man nicht an die Wirkung glaubt.

      Heilung ist Psychologie. Es wäre klug, den Placebo-Effekt zu
nutzen, statt die Menschen zu irritieren. Vor allem das Wohl der
Chroniker steht auf dem Spiel, wenn sie die vertrauten Mittel
eintauschen müssen. Diese Menschen sollten Mut haben, mit ihrem Arzt
und Apotheker zu sprechen: Es gibt Ausnahmen von der neuen Regel.

      Gespart werden muss? Ja: a) vielleicht sollte man die Gewinne der
Pharmafirmen drosseln, die im europäischen Vergleich hier sehr gut
verdienen. Und b) vielleicht sollte einfach mal weniger verschrieben
werden.

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