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WAZ: Der Fall Klinsmann - Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

    Essen (ots) - Warum ist Jürgen Klinsmann gescheitert? Da stellen wir uns erst mal ganz dumm und antworten: Weil er nicht gewonnen hat. Das hilft so viel aber auch nicht weiter, weil man natürlich wissen will, warum Klinsmann nicht gewonnen hat. Und deshalb landen wir in einer Debatte, in der Schadenfreude eine gewisse Rolle spielt, und alle triumphieren, die es schon immer gewusst haben.

      Sie waren enorm, die Hoffnungen, die sich mit Klinsmann
verbanden. Der Held des Sommermärchens ritt denn auch ein mit
prächtigem Gefolge und einem ehrgeizigen Programm, das Masterplan
tituliert werden musste, mindestens.

      Wenn man verliert, rächt sich sowas. Fußball, das ist ein
konservativer Kosmos, in der ein Trainer Professor genannt wird, nur
weil er eine Brille trägt. Und Klinsmann hatte Visionen. Dazu hat
Helmut Schmidt mal angemerkt, wer Visionen hat, soll zum Augenarzt
gehen. Ein Buddha im Vereinsheim wird nur nach Siegen toleriert.

      Ist Klinsmann also schuldlos an seinem Fall? Aber nein. Seine
Fehler sprengen jeden Spielbericht. Wer immer glaubte, dass die WM
Qualifikation genug war, vergaß, dass dieser Sommer nur ein Märchen
war.

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