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WAZ: Opel und die Wahrheit - Kommentar von Gerd Heidecke

    Essen (ots) - Ich möchte kein Arbeiter am Band in Bochum sein, kein Opel-Verkäufer, und bei einem kleinen Zulieferer, der etwa Auspufftöpfe für den Astra baut, möchte ich auch nicht beschäftigt sein. Die ständig aufs Neue geschürte Angst um den Arbeitsplatz, sie ist schlimmer als der Arbeitsplatzverlust selbst. Sie zerstört.

      Aber die Arbeiter am Band, die Verkäufer, sie werden noch
wochenlang immer wieder lesen müssen: Der interessiert sich für Opel.
Der auch. Der nicht. Der nicht mehr. Und jedes Mal werden die Gründe
für jedes Ja, Nein oder Vielleicht hin- und hergewendet.

      Das höhlt die Menschen aus. Und es macht sie wütend. Nur noch mit
knapper Mehrheit haben die Bochumer Opelaner einer Tarifkürzung
zugestimmt, um zum Erhalt ihrer Firma beizutragen.

      Opel wird dieses Wahljahr überleben. Opel wird Geld vom Staat und
einen Partner bekommen. Und Sparpläne. Aber Opels Schicksal
entscheidet sich endgültig erst in drei, vier Jahren.

      Selbst wenn es gut geht: Nichts wird dann mehr so sein, wie es
einmal war. Langsam wird es Zeit, diese Wahrheit nicht mehr in dünne
Scheiben zu schneiden.

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