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WAZ: Geburtenrückgang - Entlarvend - Leitartikel von Angelika Wölk

    Essen (ots) - Manchmal können Fakten für Politiker peinlich und entlarvend sein. Diese Erfahrung muss gerade Familienministerin Ursula von der Leyen machen. Sie hatte sich erst im Februar, als sie den Familienreport vorstellte, für ihre Politik feiern lassen. Damals hatte sie - gestützt auf vage Prognosen - verkündet, die Zahl der Geburten sei 2008 endlich wieder angestiegen. Verknüpft hatte sie die Meldung mit dem Hinweis auf "ihr" neues Elterngeld. Gerade in der Krise wirke die Unterstützung von Familien stabilisierend - genau das waren ihre Worte. Doch jetzt zeigen die Zahlen, dass es diesen Trend gar nicht gibt. Was lernen wir daraus? Statistiken lassen sich für jedwede Politik-Bilanz missbrauchen. Damit keine Missverständnisse entstehen: Elterngeld, eine bessere Kinderbetreuung, mehr Kindergeld, Familienförderung - das sind unverzichtbare Bausteine einer zukunftsorientierten Familienpolitik. Doch ob und wie sie wirken, das zeigt nicht der schnelle Blick auf knackige Prognosen. Das sollte - bitte schön - seriöser und ehrlicher ausgewertet werden. Alles andere ist eben bitter entlarvend.

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