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WAZ: Der Staat muss Grenzen setzen. Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Fortress wusste um die deutschen Berührungsängste mit Finanzinvestoren, als der Fonds 2004 der Rentenversicherung die Gagfah abkaufte. Bewusst holten sich die Amerikaner zwei Jahre und ein legendäres "Heuschrecken"-Zitat von Franz Müntefering später den Sozialdemokraten Burkhard Drescher. Er sollte um Vertrauen werben, was ihm nicht schlecht gelang. Doch nun braucht Fortress Geld - und zieht es unter anderem aus seiner deutschen Immobilientochter. So agiert privates Kapital, so muss es agieren. Wer einem Fonds sein Geld leiht, will Zinsen sehen und keine schönen Bäder in einem fernen Land finanzieren. Dennoch gehören Wohnhäuser in private Hand. Dass der Staat keineswegs der bessere Vermieter ist, können unsere ostdeutschen Mitbürger bestätigen. Er muss aber Standards setzen, wenn er seine Immobilien verkauft. Das tut er bisher sehr unterschiedlich. Die Gagfah hat ebenso eine Sozialcharta wie die an Goldman Sachs verkaufte LEG. An eine Mindestgrenze für die Instandhaltung hat der Bund 2004 aber nicht gedacht. Aus diesem Fehler hat NRW beim LEG-Verkauf gelernt. Dass der neue Besitzer diese Grenze auch gleich ausgereizt hat, zeigt nur, wie wichtig sie ist.

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