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WAZ: Nach dem Unglück von Köln - Ein Skandal - Leitartikel von Ute Schwarzwald

    Essen (ots) - Knapp drei Wochen nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs ist dieses Unglück nicht länger nur eine menschliche Tragödie und kulturelle Katastrophe. Sondern vor allem eine politische Affäre. Oberbürgermeister Fritz Schramma, einst prominenter Befürworter des so umstrittenen wie prestigeträchtigen U-Bahnbau-Projekts, spricht nun von einem "Skandal" - er fühlt sich "hintergangen". Empört fragt er, warum man das Archiv nach dem Grundbruch 2008 nicht evakuiert habe? Doch als ihn Journalisten am Tag nach dem Unglück fragten, ob er nun Baustopp verfüge, wiegelte Schramma ab. Nicht er sei zuständig, sondern die KVB als Bauträgerin. Doch sind die Verkehrsbetriebe nicht städtische Tochter? Und wäre es nicht in jedem Fall Aufgabe des Oberbürgermeisters, den Verlauf eines Projekts solchen Ausmaßes zu kontrollieren? Anstatt Verantwortlichkeiten zu diskutieren, sich auf Ahnungslosigkeit zu berufen und Erschütterung zu heucheln, muss rasch und rückhaltlos geklärt werden, was das Unglück auslöste und ob es sich wiederholen kann. Denn es geht nicht nur um politisches Überleben.

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