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WAZ: Wolfgang Clement und die SPD - Angriffslustig. Kommentar von Norbert Robers

    Essen (ots) - Wolfgang Clement macht auch nach seinem Austritt aus der SPD so weiter, wie man ihn kennt: angriffslustig, streitsüchtig, bärbeißig. Warum auch nicht? Diejenigen, die ihm jetzt Stillschweigen empfehlen, ignorieren das gute Recht des ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten auf freie und resolute Meinungsäußerung. Sein Vorwurf der "Machtgier" mit Blick auf Parteichef Franz Müntefering wirkt in dieser Schwarz-Weiß-Manier jedoch befremdlich. Clement selbst agierte über Jahrzehnte hinweg als ein Strippenzieher, der um Macht und Einfluss buhlte. Zudem ist das Streben nach Macht nicht grundsätzlich verwerflich - entscheidend ist in erster Linie, wie man mit Macht umgeht. Mit seiner Analyse, dass die SPD eine eindeutige Haltung zur Linkspartei entwickeln sollte, liegt Clement allerdings richtig. Zu möglichen Koalitionen mit der Linken gleichzeitig ja, nein und vielleicht zu sagen - je nach geografischer Lage und politischer Ebene -, schadet der SPD offenkundig. Die miserablen Umfragewerte, die genau diesen Vertrauensverlust dokumentieren, sind keine Clementsche Erfindung.

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