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WAZ: Opel-Debatte - Politik muss da durch - Leitartikel von Thomas Wels

    Essen (ots) - Opelanern muss die Debatte um Opel als systemrelevantes oder nicht systemrelevantes Unternehmen vorkommen wie das Lockendrehen auf der Glatze. Am Ende des Tages ist es ihnen wurscht, weshalb sie ihren Arbeitsplatz behalten oder nicht. Für die Politik ist diese Frage immens wichtig. Die Antwort bestimmt letztlich, wem die Politik mit Steuergeld hilft und wem nicht. Banken, darüber sind sich alle Ökonomen einig, sind lebenswichtig für das gesamte System, sie sind der Blutkreislauf einer Wirtschaft, ohne ihre Kredite geht nichts. Und in der jetzigen Lage könnte ein einziger Zusammenbruch zum Kollaps des Ganzen führen, kurzum: Sie sind relevant fürs System. Bei Opel ist das anders. Ein Aus für Opel wäre dramatisch schlimm für zehntausende Familien, das Ruhrgebiet wäre erschüttert, aber das System gefährdete es nicht. Andere Unternehmen sprängen in die Lücke. Wenn jetzt Politiker den Begriff "systemrelevant" kapern und ihn einfach auf Zulieferer übertragen, die bedroht sein könnten, dann ist schiere Größe das Argument. Der Mittelstand, der 90 Prozent aller Arbeitsplätze stellt, fiele hintenrüber.

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