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WAZ: Der Fall des Karl D. - Kommentar von Hayke Lanwert

    Essen (ots) - Da ist es wieder, das gesunde Volksempfinden. "Kastrieren", "einsperren", "aufhängen": Diese Worte hörte unser Reporter in Heinsberg nicht nur einmal. Fast schon betulich-demokratisch klingt die Mutter, die eine Bürgerinitiative gegen Karl D. gründen will. Aber im Ernst: Wer will schon Tür an Tür, oder auch nur in einem Viertel wohnen, in dem ein untherapierter Straftäter nach der Haft unterkommt.

      Eine Therapie ist natürlich keine Garantie, aber sie stellt eine
gewisse Sicherheit dar. Eine Chance, dass da jemand nicht nur seine
Strafe verbüßt, sondern mit Hilfe eines Psychiaters an sich arbeitet.
Karl D. hat das verweigert, weil er sich als unschuldig sieht.

      Gutachter warnten davor, der Vergewaltiger werde mit hoher
Wahrscheinlichkeit weitere Straftaten begehen. Dass der Richter sich
an den engen gesetzlichen Rahmen hielt, als er gegen die
Sicherungsverwahrung entschied, davon ist auszugehen. Im Berliner
Justizministerium liegt lange schon ein Gesetzentwurf vor, die
Voraussetzung für die nachträgliche Sicherungsverwahrung zu ändern.
Vielleicht bietet der Fall Karl D. nun genug Anlass, das auch zu tun.

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