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WAZ: Wenn Helden heiraten - Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

    Essen (ots) - Die Heirat des Helden löst eigentlich Verzückung aus. Und Boris Becker, da gab es doch keinen Zweifel, ist doch einer unserer großen Helden - oder? Warum also kommentieren ansehnliche Teile des Publikums die Bekanntgabe seines Hochzeitstermins mit Spott und höhnischen Kommentaren?

      Vielleicht sind wir nun doch ein wenig ermüdet von den Einblicken
in ein Leben, das sich zwischen rotem Teppich und Fernsehstudio zu
erschöpfen scheint. Vielleicht erschrecken wir auch ein wenig vor
einem neuen Typus Mensch, der nur noch in und durch die Medien zu
existieren scheint. Es ist wohl konsequent, dass ein Boris Becker vor
den Kameras nicht nur Pokerpartien verstärkt und Preisverleihungen
garniert, sondern dort auch seinen Hochzeitstermin bekannt gibt.

      Boris Becker war übrigens ein großer Sportler, vielleicht einer
der größten, die wir jemals hatten. Vielleicht ist das auch ein
Problem, in erster Linie unseres dann: Dass wir uns immer noch an das
Bild vom 17-jährigen Leimener klammern und einfach nicht wahrhaben
wollen, dass da einer ein Leben nach dem Tennis ausprobiert. Und sich
dabei wahrlich nicht leichttut.

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