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WAZ: Beten in Bochum - Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

    Essen (ots) - Der Opelaner, er ist Kummer gewohnt. Der Ruhri, er lässt sich nicht leicht ins Bockshorn jagen. Sie beißen also die Zähne zusammen, die Männer und Frauen in Bochum, lassen das Visier runter und geben auf die Frage nach der Stimmung die trotzige Antwort: Da müssen wir durch.

      Wie es drinnen aussieht, beim Opelaner? Man kann es sich
ausmalen. Wie das eben so ist, wenn man seit Jahren um den
Arbeitsplatz zittert. Zwischenzeitlich auch mal einen Sieg feiert,
nur um wenig später mit der nächsten Hiobsbotschaft konfrontiert zu
werden. Und die Sorgen mit ins Bett nimmt, weil die längst ihren
Zweitwohnsitz im Schlafzimmer bezogen haben.

      Wie fühlt man sich wohl, wenn man jeden Tag die Ärmel
hochkrempelte und nun ohnmächtig feststellt, dass die Entscheidung,
ob das Licht ausgeknipst wird, jenseits des Atlantiks getroffen wird?
Wobei es auch vielleicht gar nicht mehr die entscheidende Rolle
spielt, ob der Opelaner in Bochum stets die Ärmel hochgekrempelt hat.

      Was kann er also jetzt tun, der Opelaner? Die Zähne
zusammenbeißen. Und beten.

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