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WAZ: Duisburg am Abgrund? - Kommentar von Rolf Potthoff

    Essen (ots) - Soll man - pardon, Herr Heine - den Einwurf aus dem westlichen Ruhrgebiet tatsächlich so interpretieren: "Denk' ich an Duisburg in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht"?

      Im Kern hat Dezernent Dressler ja Recht, wenn er Arbeitsuchenden
rät, sich anderswo zu bemühen, falls sie in Duisburg nichts finden.
Was liegt näher als genau dies, wenn man a) anderswo mehr Chancen
vorfindet und man sich b) nicht mit Hartz IV abfinden will? Neu ist
das nicht.

      Auch ist es ausdrücklich lobenswert, wenn eine Stadt Menschen in
problematischer Lage zumindest eine gute Ausbildung als solide Basis
für deren Jobsuche bieten will. Noch besser, wenn ihr das wirklich
gelingt.

      Nur ist die Frage, ob eine so depressive Sichtweise das Richtige
ist, die Menschen aus Stadt und Region für den noch immer schwierigen
Wandel zu motivieren. Wie Werbung für den Standort Ruhrgebiet klingt
der Einwurf ebenfalls nicht. Das Ruhrgebiet braucht Zuversicht, aber
keine soziale und wirtschaftliche Bankrotterklärung. - Oder ist dies
gar der kaum verblümte Versuch, sich "unproduktiver, teurer
Kostgänger" einer Stadt zu entledigen?

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