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WAZ: Patienten im Wachkoma - Künstlich am Leben - Leitartikel von Birgitta Stauber-Klein

    Essen (ots) - Was es für einen Menschen bedeutet, wenn er mitten aus dem Leben gerissen wird und in ein Wachkoma verfällt; was es für die Angehörigen bedeutet, diesen Menschen für lange Zeit zu betreuen und zu pflegen - ohne Aussicht auf Besserung; ob dieses Leben überhaupt Lebensqualität bieten kann oder ob es besser ist, es nicht künstlich aufrecht zu erhalten: Zu diesen Fragen ist eine klare Haltung aus der Position eines Beobachters anmaßend. Was steckt dahinter, wenn Angehörige den Tod ihres Kindes, ihres Ehepartners, ihres Elternteils wollen? Der Vorwurf, dies sei Ausdruck eines persönlichen Unvermögens, dieses Schicksal zu ertragen, ist oberflächlich. Doch muss eben dies für die schwerwiegende Entscheidung, einen Wachkoma-Patienten verhungern zu lassen, ausgeschlossen sein. Eine intensive juristische Auseinandersetzung mit dem Patientenwillen ist zwingend erforderlich. Immerhin schafft es die Mehrheit der Angehörigen, die Patienten zuhause zu pflegen. Wenn es gut läuft, erleben sie ihre eigene Freude und die des Patienten. Dieser Weg kann nicht falsch sein.

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