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WAZ: Am Pranger der Partei - Kommentar von Norbert Robers

    Essen (ots) - So sehr die Sozialdemokratie auch das Gebot der Solidarität hochhält - so gnadenlos agieren die Genossen bisweilen, wenn es darum geht, vermeintliche Versager kaltzustellen oder Querulanten aus den eigenen Reihen zu exkommunizieren. Scharping, Simonis, Beck, Clement: Sie alle haben ihre speziellen Erfahrungen mit der innerparteilichen Mobbing-Maschinerie gemacht.

      Jetzt geht es den so genannten hessischen Abweichlern an den
Kragen. Nicht wenige Sozialdemokraten sind zwar heilfroh darüber,
dass die "fantastischen Vier" die auf einem Wortbruch basierende
Geisterfahrt von Landeschefin Ypsilanti gestoppt haben. Der Zeitpunkt
ihrer Vollbremsung - einen Tag vor der geplanten Wahl Ypsilantis -
hat allerdings für Entsetzen gesorgt. Zu Recht.

      Der Pranger war schnell errichtet. Die innerparteilichen
Reaktionen waren weitgehend vernichtend. Die Empörung reichte von
Nord bis Süd. Dennoch: Diese Form der Abrechnung reicht einigen
offenbar nicht aus. Den Inquisitoren geht es um mehr: Sie wollen die
Abweichler parteipolitisch ruinieren. Damit gehen sie einen Schritt
zu weit.

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