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WAZ: Raus aus dem Teufelskreis. Kommentar von Birgitta Stauber-Klein

    Essen (ots) - Eltern haben das natürliche Recht und auch die Pflicht, ihre Kinder zu erziehen und zu pflegen. Der Staat hat die Aufgabe, darüber zu wachen. Soweit das Grundgesetz.

      Leider funktioniert die Erziehung in vielen Familien nicht. Doch
wie weit soll, kann und darf der Staat eingreifen? Da in Deutschland
der Bildungserfolg vor allem von der sozialen Herkunft abhängt, kann
man wohl kaum behaupten, der Staat übertreibe es mit der Überwachung
der elterlichen Fürsorge.

      Die Realität schließlich ist der Teufelskreis, in den Kinder aus
bildungsfernen und armen Schichten geraten: Bildungsmisserfolg geht
einher mit Perspektivlosigkeit und dem dauerhaften Bezug von
Sozialgeld.

      Mit ihrer Analyse liegt die Enquete-Kommission des Landtags
richtig: Es geht darum, die Eltern aufzurütteln, sie in die
Verantwortung zu nehmen. Es geht darum, arme Familien heraus zu holen
aus den eigenen vier Wänden, sie zur Teilnahme am gesellschaftlichen
Leben zu bewegen.

      Es ist gut, solche Analysen zu machen. Doch sie sind wertlos,
wenn nicht alles daran gesetzt wird, sie umzusetzen.

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