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WAZ: Zum Gewerbesteuer-Verbund - Endlich Einsicht - Leitartikel von Rolf Potthoff

    Essen (ots) - Es klingt fürchterlich dröge, dürfte aber ein Riesenfortschritt für das Ruhrgebiet sein. Acht Städte bilden einen "Gewerbeflächen-Pool". Dies kann ein entscheidender Akt für mehr Investitionen in die Region sein, für mehr Arbeit und Brot. Bisher herrscht eifersüchtige Konkurrenz unter den Städten, wenn es um Betriebsansiedlungen geht. Dahinter verbirgt sich zwar auch ein Gezerre um kommunales Prestige, doch geht es gerade um die für Kommunen lebenswichtigen Gewerbesteuereinnahmen. Der Wettbewerb führte nicht selten gar zu grotesken gegenseitigen Firmen-Abwerbungen, zur "Kanibalisierung", bei der letztendlich die ganze Region nur verlor. Doch Konkurrenz ist unnötig, wenn von einer Ansiedlung mehrere Städte profitieren. Auch steigen Ansiedlungschancen für das Ruhrgebiet insgesamt, wenn man beim Nachbarn das vorweisen kann, was man selbst nicht in gewünschter Art anzubieten vermag. Der neue Ansatz reicht weit über das Fiskalische hinaus. Denn auf diese Weise wird das Ruhrgebiet nun auch in den Rathäusern als ein gemeinsamer Wirtschaftsraum begriffen. Schade nur, dass das nicht viel früher geschah.

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