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WAZ: Außer Kontrolle - Kommentar von Norbert Robers

    Essen (ots) - Als gäbe es einen Leitfaden für Amokläufer - das Massaker im finnischen Kauhajoki fügt sich in ein mittlerweile bekanntes Muster. Montreal, Littleton, Erfurt oder Emsdetten, es lief immer gleich ab: Vorzugsweise dunkel gekleidete Waffennarren, die derb-düstere Musik und blutgetränkte Filme bevorzugen, inszenieren sich via Internet - sie schreien ihre Wut heraus, bevor sie durchladen und ihren tödlichen Rachefeldzug starten.

      Ihre Klagen, ihre Bekenntnisse lesen sich wie Versatzstücke. Von
Menschen, die sich selbst als wertlose Verlierer empfinden und die in
ihrer Verzweiflung eine extrem hohe Gewaltbereitschaft entwickeln.
Sie leben in ihrer eigenen Parallel- und Fantasiewelt. Sie geraten
außer Kontrolle. Sie entwickeln sich zu gewissenlosen Mördern.

      Ihr rasterhaftes Verhalten ist so schockierend wie hilfreich.
Weil es einem Hilferuf entspricht, den man hören kann - wenn man ihn
hören will. Mindestens ebenso verstörend wie die Tat selber ist daher
das Verhalten der finnischen Polizei: Die Fahnder kannten das
bedrohliche Potenzial des 22-jährigen Täters - sie haben es schlicht
unterschätzt.

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