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WAZ: Mutters Bauchladen - Kommentar von Stefan Schulte

Essen (ots) - Die Vorstellung, gemeinsam sei man stark, hat in der Wirtschaft längst ihre Allgemeingültigkeit verloren. Wenn Konzerne wachsen, geht es zuallererst um Einsparungen. Wachstum um des Wachsens willen kommt an den Finanzmärkten nicht mehr gut an. Was passieren kann, wenn ein Mischkonzern ins Wanken gerät, lässt sich derzeit am Luxuskonzern Egana Goldpfeil studieren. Die Muttergesellschaft ist an der Börse in Hongkong auf die Nase gefallen und droht nun ihren ganzen Bauchladen zu erdrücken. Der einst willkommene Investor wird nun auch deutschen Traditionsunternehmen zum Verhängnis. Gerade für die Mitarbeiter ist es bitter zu sehen, dass hochqualifizierte Arbeitsplätze von Zollproblemen in China abhängen. Dennoch taugt das Beispiel Junghans nicht zur Globalisierungs-Verdammnis. Die Funkuhr-Pioniere brauchten seinerzeit frisches Kapital. Die Schulden, die Egana über Jahre ausglich, haben sie ganz allein gemacht. Und die Insolvenz bietet nun die Chance, einen neuen Investor vom Wert ihrer Arbeit zu überzeugen. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-2727 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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