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WAZ: Echter Fortschritt - Kommentar von Sigrid Krause

    Essen (ots) - Nein, es geht nicht darum, den Leistungsdruck in die erste Klasse zu verlegen. Im Englisch-Unterricht für I-Dötzchen gilt das SSS-Prinzip: Singen, Spielen, Sprechen. Grammatik gibt es später, Noten nur zwischen fünf Linien. Ansonsten gilt das vierte "S": der Spaß am Entdecken und Erproben neuer Wörter und Laute. Kinder lieben das.

      Diese Lust am Lernen früh zu wecken und sie zu pflegen, ist die
zentrale pädagogische Aufgabe der Zukunft. Dazu gehört auch, dass
Lehrerinnen erkennen, welches Kind auf welchem Lern-Level startet und
wie es voran kommt. Gutes Lernen im Gleichschritt geht nicht.

      Neu ist das alles nicht: Seit 1919 gibt es in den Waldorfschulen
gute Erfahrungen mit dem frühen, kindgerechten Einstieg in fremde
Sprachen. Dass es fast 90 Jahre dauerte, bis diese Erkenntnisse allen
Kindern zugute kommen, ist nicht zu fassen. Dass es jetzt endlich
geschieht, ist gut.

      Wichtig ist nun, nicht die aus den Augen zu verlieren, die schon
mit der ersten "Fremdsprache" Deutsch überfordert sind; die gibt es
ja nicht nur unter Kindern ausländischer Eltern. Jedes so zu fördern,
dass es in beiden Sprachen mitreden kann, ist eine große Aufgabe.
Eine, die lohnt.

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