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WAZ: Saufen bis zum Koma - Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

    Essen (ots) - Der Schauplatz: ein Supermarkt. Die Zeit: spätabends. Zahlreiche Jugendliche drängeln sich an der Kasse, im Einkaufskorb nicht Müsli und Mortadella, sondern: Alkohol. Bier eher weniger, Wein schon gar nicht. Hochprozentiges ist angesagt. Das muss krachen, je mehr, desto besser, je schneller, desto lieber, sagt einer der Teenager, verstaut die Pulle Wodka im Einkaufsbeutel und füllt so die nüchterne Statistik mit Leben.

      Niemals zuvor, so heißt es im aktuellen Drogenreport der
Bundesregierung, haben deutsche Jugendliche so hemmungslos gesoffen.
Jeder vierte Jugendliche betrinkt sich einmal pro Monat bis zur
Bewusstlosigkeit. Knapp 20 000 Minderjährige müssen pro Jahr zur
Ausnüchterung ins Krankenhaus. Begriffe wie Komasaufen oder
Flatrate-Party zogen ins Wörterbuch ein, und die Gesellschaft fragt
besorgt: Was tun?

      Mit Paragrafen allein, soviel steht fest, ist es nicht getan.
Ausschankverbote werden missachtet, Kontrollen umgangen. Wenn die
Kassiererin nach dem Ausweis fragt, findet sich garantiert jemand,
der volljährig ist und einspringt. Wir müssen uns wohl nicht nur
fragen: was tun? Sondern auch: Warum wird so viel getrunken?

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