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WAZ: Volkswirte schlagen Alarm. Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Im November, als die Inflation auf 3,2 Prozent stieg, warnten Experten vor Panikmache. Das sei ein unglücklicher Zusammenprall von erhöhter Mehrwertsteuer und explodierenden Ölpreisen, erklärten sie. Und versicherten, 2008 werde die Inflation wieder unter harmlose zwei Prozent sinken. Schöne Theorie. Im wahren Leben klettern die Preise auch ohne neue Steuererhöhung. Für jene, die ihr Einkommen Monat für Monat wieder ausgeben, ist es noch viel schlimmer: Gerade das, was man täglich braucht, hält sich nicht an Durchschnittsquoten. Sprit kostet in NRW elf Prozent mehr als vor einem Jahr, Lebensmittel acht und Strom sieben Prozent. Wer weder frieren noch hungern will und aufs Auto angewiesen ist, verliert so viel an Kaufkraft, dass für andere Dinge immer weniger übrig bleibt. Für die Erkenntnis, dass da der Konsum leidet, braucht man keine Forscher. Die Europäische Zentralbank tut gut daran, die Zinsen nicht zu senken. Eine noch höhere Inflation wäre weit schlimmer als ein zu starker Euro. Das gilt sogar für uns Exportweltmeister.

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