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WAZ: Vom Sterben in Würde - Kommentar von Ulrich Schilling-Strack

Essen (ots) - Den Tod hat sie herbeigesehnt, diese tapfere Frau, und das Sterben hat sich Chantal Sébire so vorgestellt: in der Morgendämmerung, nach einem ausgelassenen Fest, umgeben von den Menschen, die sie liebt. Diesen Wunsch, ihren letzten, ihren größten, hat man ihr versagt. Wir kennen die näheren Umstände nicht, unter denen Chantal Sébire aus dem Leben schied. Aber es war wohl nicht so, wie es sein sollte, und deshalb fühlen wir über ihren Tod hinaus die Ohnmacht, die Verzweiflung. Wir teilen auch ihren Zorn. Über Politiker, die sich davonstahlen, mit ein paar unverbindlichen Worten der Anteilnahme und dem Verweis auf die Paragrafen. Das war zuwenig. Viel zu lang kämpfte Chantal Sébire allein gegen den Krebs, gepeinigt von unerträglichen Schmerzen. Den Selbstmord lehnte sie ab. Ins Ausland, wo Hilfe lockte, wollte sie nicht fliehen. Sie kämpfte für ein Sterben in Würde und hoffte auf Hilfe vom Staat. Der will jetzt das Gesetz überprüfen, das Chantal Sébire noch allein gelassen hatte. Ein kleiner Sieg in dieser großen Tragödie. Pressekontakt: Westdeutsche Allgemeine Zeitung Zentralredaktion Telefon: 0201 / 804-2727 zentralredaktion@waz.de Original-Content von: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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