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WAZ: Alte Mauern neu aufgebaut - Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - VW, so wollten es Europas Richter, sollte ein normales Unternehmen werden. Ohne Einfluss des Staates und Beschränkungen für Großaktionäre. Damit schien für Porsche der Weg an die Macht in Wolfsburg frei. Doch mit ihrer Auslegung baut Justizministerin Zypries die alten Hürden neu auf. Der Staat wird pro forma aus dem VW-Gesetz gestrichen. Doch am Land Niedersachsen als Aktionär mit Sperrminorität führt weiter kein Weg vorbei. Was Zypries unter dem Beifall von Niedersachsens Regierungschef Wulff macht, ist nichts anderes als eine nationale Industriepolitik französischer Art. Wie der Pariser Regierung ist auch ihr der Beifall aus dem Volk gewiss. Niemand kann in Deutschland wollen, dass Werke ins Ausland verlagert werden. Was das für eine Region bedeuten kann, sehen wir gerade mit Schrecken in Bochum. Doch am Ende sichert nur der unternehmerische Erfolg die heimischen Jobs. Und dem stand der Staats-Einfluss bei VW bisher eher im Wege. Und dass Porsche ein schlechter Arbeitgeber wäre, behauptet in den Porsche-Werken niemand.

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