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WAZ: Absurdes Aussortieren - Kommentar von Stefan Schulte

    Essen (ots) - Jahrelang haben wir Ältere systematisch aus dem Arbeitsmarkt gedrängt. Betriebe frönten dem Jugendwahn. Die Arbeitsämter hatten wenig Chancen, aber auch wenig Interesse, sie zu vermitteln. Seit Blüm durften sie Arbeitslose ab 58 aus der Statistik streichen. Die Zeiten haben sich geändert. Wer die Rente mit 67 einführt, muss alles dafür tun, Ältere in Arbeit zu halten oder zu bringen. Deshalb wurde die 58er Regel gestrichen, die einer Frühverrentung glich. Umso absurder ist es, die Älteren stattdessen nun in die offizielle Frührente zu zwingen. Nicht nur, weil damit Kürzungen verbunden sind, sondern vor allem, weil man sie wieder aussortiert. Dass SPD und Union diesen Fehler "erst" ab 63 begehen, macht ihn nicht weniger falsch. Zudem lassen sie der 58er Regel eine neue, kaum bessere, folgen. Ältere gelten nach einem Jahr als nicht mehr Arbeit suchend, können aber weiter vermittelt werden. Nur warum sollten die Jobcenter sich diese Mühe machen? Solange Ältere aus der offiziellen Statistik gestrichen werden, rechnet sich ihre Vermittlung nicht.

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