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WAZ: Evas Sündenfall - Kommentar von Lars von der Gönna

    Essen (ots) - Wenn Eva Herman über die Hitler- und damit über eine aus ihrer Sicht teilweise gute alte Zeit spricht, tut sie das nicht am heimischen Herd, obschon sie ihn gern die natürliche Heimat der Frau nennt. Sie, die NDR-Talkerin, die Autorin, die PR-Moderatorin, sagt es allen, sagt es den Deutschen. Da fehlte eigentlich nur noch etwas Nettes über die Autobahnen, die Arbeitslosen, die Straßen, auf die man abends noch . . .

      Es geht nicht darum, dass man Familie als Gut nicht loben dürfte.
Es geht um die Dreistigkeit, mit der Herman aus einem
menschenverachtenden System eine Tugend herausschält und den Rest mit
einem lapidaren "sehr schlecht" abtut.

      Und: Diese Tugend ist nicht einmal eine gewesen. Denn eine
treusorgende Familienpolitik hieß für die NSDAP Rassenpolitik. Hieß:
eine zuverlässige Keimzelle gesellschaftlicher Berechenbarkeit zu
unterstützen - um sie zu kontrollieren.

      Wenn wir nicht Vorsatz unterstellen, hätten wir es im Fall Herman
alternativ mit einer bizarren Ahnungslosigkeit zu tun. Beides wäre -
der NDR hat schnell und gut reagiert - für eine Frau, die mal
Tagesschau-Sprecherin war, ein Armutszeugnis mit der Note 1.

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