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Märkische Oderzeitung: Die Märkische Oderzeitung kommentiert das Urteil über die Eltern des verhungerten Kindes (Sonnabendausgabe) Mehr Geld für die Jugendämter

    Frankfurt/Oder (ots) - Das Florian-Urteil bietet keinen Anlass für Justiz-Schelte. Das Frankfurter Landgericht hat gegen die Eltern, die ihren Säugling verhungern ließen, harte Strafen verhängt, die in puncto Haftdauer nur geringfügig unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft liegen. Darüber, dass es für eine Verurteilung wegen Mordes nicht gereicht hat, kann man geteilter Meinung sein, aber ein Skandalurteil, wie die Kinderhilfe meint, ist es nicht. Es ist eben etwas anderes, eine Tat aus der Ferne zu beurteilen, oder als Richter kraft Gesetzes gezwungen zu sein, auch Entlastendes zu Gunsten der Angeklagten zu würdigen. Nicht mehr und nicht weniger hat das Gericht getan. Viel wichtiger als die Frage Mord oder Totschlag sind die Lehren, die von den Behörden aus dem Fall zu ziehen sind. Es steht der Vorwurf im Raum, dass das Frankfurter Jugendamt wieder einmal versagt hat. Hat man Ulrike D. aus Inkompetenz nicht so geholfen, wie es notwendig gewesen wäre oder weil man das für eine ordentliche Betreuung notwendige Geld nicht ausgeben wollte? Es ist bekannt, dass die Jugendämter unter akutem Geldmangel leiden. Dass Kinder in Brandenburg nicht aus verwahrlosten Familien geholt werden können, weil die Mittel für den Heimplatz fehlen. Das ist der Skandal! Hier muss etwas getan werden, damit sich Fälle wie der in Frankfurt nicht wiederholen.

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