Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH

Die Vermessung der Medienwelt
Der 1. Tag der MEDIA CONVENTION Berlin
re:publica

Berlin/Potsdam (ots) - Heute morgen um 10.30 Uhr fiel der Startschuss für die MEDIA CONVENTION Berlin / re:publica in der STATION-Berlin. Im übervollen Saal 1 kamen Medienboard-Geschäftsführer Elmar Giglinger, re:publica-Gründer Markus Beckedahl, re:publica-Geschäftsführer Andreas Gebhard sowie re:publica-Mitgründer Johnny und Tanja Haeusler zur Begüßung mit Welcome-Schildern auf die Bühne."Dieses Welcome gilt den Flüchtlingen auf der ganzen Welt, die an der Mauer um Europa scheitern", sagte Johnny Haeusler. Markus Beckedahl forderte unter großem Applaus den "Ausstieg aus der Totalüberwachung" durch die Geheimdienste.

Andreas Gebhard sagte, man solle auch an die denken, die mit den Folgen der digitalen Revolution kämpfen wie Arbeiter beim Band von Amazon oder in Paketdiensten.

Elmar Giglinger prophezeite der Medienwelt: "Alles bleibt anders". Das einzig Beständige sei der Wandel. Während sich horizontale Serien zum neuen Film entwickeln, sei der Kinofilm gefangen in Verwertungsketten aus dem vergangenen Jahrhundert. Quer durch die Gesellschaft ziehe sich ein Medienriss diesseits und jenseits der 35.

Keynote Ethan Zuckerman: "Das Goldene Zeitalter des Protests"

In seiner anschließenden Keynote ging Ethan Zuckerman, Leiter des MIT Center for Civic Media in Cambridge, USA, den Fragen nach, welche Beziehung zwischen neuen Medien und bürgerlichem Engagement besteht, ob wir durch das Internet alle zu KosmopolitInnen werden und welche neuen Technologien entwickelt werden müssen, damit sie zu politischem Handeln ermutigen. Zuckerman sprach vom "Goldenen Zeitalter des Protests", den das Internet erst ermöglich habe. Allerdings sei es sehr viel einfacher, die Massen auf die Straßen zu bringen, als sie anschließend zu einer politischen Bewegung zu formieren. Das hätten die Protestler des Arabischen Frühlings, in Spanien, im Gezi-Park oder in Baltimore gezeigt. Dennoch schloss Zuckerman mit der optimistischen These, dass das Internet helfen könne, Politik für neue Fühurngspersönlichkeiten zu öffnen, mehr Transparenz zu schaffen sowie direkte Teilnahme an der Gesetzgebung zu ermöglichen.

Die Vermessung der Medienwelt mit Zypries, Welzer, Keese

Bei der Session "Die Vermessung der Medienwelt" auf Bühne 5 lieferten sich der Soziologe Prof. Harald Welzer, Christoph Keese (Springer SE) und die Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Brigitte Zypries, eine engagierte Debatte. Welzer kritisierte die totale Transparenz durch das Internet als gefährlich für Demokratie und Freiheit und warnte vor einem Technologiehype: "Technik ist steindumm!" Das ließ Keese nicht gelten. Technologie schaffe Wohlstand, ohne den große Ziele wie Klimaschutz und Frieden nicht erreichbar seien. Brigitte Zypries vertrat vermittelnd die Position, dass es am Ende die Menschen seien, die darüber entscheiden, welche Medien sie nutzen. Der Staat müsse ihnen dazu den sicheren Rahmen bieten. Allerdings räumte sie auch ein, dass Deutschland bei Investitionen in die Breitband-Infrastruktur hinterher hinke.Keese plädierte vehement für einen digitalen Binnemarkt. Die 28 europäischen Einzelmärkte seien ein Wettbewerbsnachteil gegenüber den USA.

Original Programming - TV Made in Europe

Eigenproduktionen werden für die öffentlich-rechtlichen Sender immer wichtiger und Ziel wird es sein, auch in der Spitze gemeinsam mit Partnern wie Sky noch besser zu werden. Denn Pay-TV und Eigenproduktionen sind miteinander vereinbar und tragen zur Profilierung der Sender bei. Auch auf digitaler Seite locken sie eine junge Zielgruppe und kreative Talente an. Das Ziel von Sendern wie Pro 7 und Sat.1 ist nach Dr. Sebastian Weil (Studio71), auf allen Plattformen als Gruppe aktiv zu sein und auch eigene Videoangebote zu produzieren. Diese Programmstrategie verfolgt auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen. "Dabei gilt es auch, die Mediatheken zu personalisieren", so ARD-Intendant Lutz Mamor. Sky will in das Feld der Eigenproduktionen ebenfalls tiefer eindringen, um die kreative Branche auf sich aufmerksam zu machen. Für Marcus Ammon (Sky Deutschland) liegt darüber hinaus der Fokus auf der Home Office Box. Alle Sender und digitalen Angebote wollen eins: die Nutzer auf den verschiedensten Plattformen und in allen Situationen erreichen und deren Bedürfnisse nachkommen.

Musik, Visionen und Politik - Dieter Gorny und Tim Renner im Gespräch

In dem von re:publica-Geschäftsführer Andreas Gebhard moderierten Gespräch sagte Dieter Gorny, Beauftragter für kreative und digitale Ökonomie des Bundeswirtschaftsministeriums, kulturelle Identität funktioniere vor allem über Sprache. Es sei eine Riesenchance, die nationalen Eigenheiten zusammenzubündeln und daraus ein Ganzes zu formen. Tim Renner, Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin, setzte sich wie Gorny vehement für den Erhalt der Netzneutralität und damit für ein offenes und freies Netz für alle ein. Renner hält es für "einen Grundfehler", Unternehmen der Grundversorgung in die freie Wirtschaft abgegeben zu haben. Dazu gehörten Wasser und Elektrizität, aber auch die Telekommunikation. Gorny wünschte sich eine gesellschaftliche Debatte darüber, wie wir die digitale Infrastruktur "in Ordnung halten" können und ein damit verbundenes umfangreiches Investitionsprogramm. Renner würde gern in allen Berliner Kultureinrichtungen WLAN einführen, um kulturelle Plätze auch als Arbeitsplätze zu ermöglichen, "aber dazu fehlt in Berlin das Geld". Zum Schluss schlug er für die nächste re:publica ein neues Format "Analogue Revenge" vor, in dem zum Beispiel Oper gespielt werden könnte.

Fotos zu den einzelnen Sessions finden Sie im Pressebereich unter http://mediaconventionberlin.com/de/bilder-2015-0

Noch mehr Programm, Speaker und Infos gibt es auf www.mediaconventionberlin.com.

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Sabine Sasse
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