ZNS - Hannelore Kohl Stiftung

Internationales Symposium Neurotraumatologie "State of the Art" zum 25. Jubiläum der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung

Bonn (ots) - Prof. John Pickard, der weltbekannte Neurochirurg aus Cambridge, sagt nicht ohne Neid: "Deutschland verfügt heute über eine weltweit vorbildliche komplette Kette von der Akutversorgung zur Rehabilitation schädelhirnverletzter Menschen. Dies ist nicht zuletzt der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung zu verdanken."

Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum veranstaltet die Stiftung am 11. Oktober im Wissenschaftszentrum Bonn ein mit renommierten nationalen und internationalen Experten besetztes Symposium zum Thema Neurotraumatologie "State of the Art".

Das Symposium reflektiert ein breites Spektrum von der Grundlagenforschung über klinisch neurologische Forschung bis hin zu Aspekten der Lebensqualitätsverbesserung und der sozialen Wiedereingliederung von Patienten. Während motorische Störungen auf den ersten Blick erkennbar sind und vorrangig behandelt werden, stellen oft weniger augenfällige Störungen von Konzentration, Wahrnehmung und Gedächtnis und Persönlichkeitsstörungen für die Betroffenen oft schwerwiegendere Beeinträchtigungsmerkmale dar. Aber, wie Prof. Elkhorn Goldberg, einer der weltführenden Neuropsychologen aus New York ausführt, sind auch diese komplexen kognitiven Störungen heute einer effektiven Behandlung zugänglich. Dadurch wird für die Betroffenen gesellschaftliche und berufliche Wiedereingliederung möglich.

Mit diesem Symposium unterstreicht die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung noch einmal ihr gesellschaftliches Engagement für schädelhirntraumatisierte Patienten sowie ihren hohen wissenschaftlichen Anspruch. Die Gründung der Stiftung für Verletzte mit Schäden des zentralen Nervensystems durch Frau Dr. h.c. Hannelore Kohl im Jahre 1983 setzte einen Meilenstein in der öffentlichen Wahrnehmung und Versorgung von Patienten mit unfallbedingten Schädigungen des zentralen Nervensystems: "Während viele andere Patientengruppen eine gut organisierte Lobby und Selbsthilfestrukturen entwickelt hatten, zeigte sich hier bei Patienten mit Schädelhirnverletzung ein großes Defizit. Der unermüdliche Einsatz von Frau Dr. Hannelore Kohl hat dazu geführt, dass Patienten mit unfallbedingten Schädigungen des zentralen Nervensystems eine öffentliche Wahrnehmung und Akzeptanz erfuhren und das Bewusstsein der Öffentlichkeit realisierte, dass diesen Patienten gut und nachhaltig geholfen werden kann." so Ute-Henriette Ohoven, die im Jahr 2002 die Nachfolge von Hannelore Kohl als Präsidentin der Stiftung übernommen hat.

Prof. Volker Hömberg, einer der Organisatoren und Mitglied des Kuratoriums der Stiftung stellt fest, "dass neben der Förderung von Kliniken und anderen Einrichtungen und von Selbsthilfestrukturen es von Beginn an ein wesentliches Anliegen der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung war, die Forschung im Bereich der Neurotraumatologie zu fördern." Dies erfolgt sowohl in Form der Förderung von Einzelprojekten wie auch durch den mit 10.000 Euro dotierten "Hannelore Kohl Förderpreis" für herausragende Leistungen junger Wissenschaftler im Bereich der Behandlung und Prävention von Schädelhirnverletzungen.

Prof. Klaus von Wild, Neurochirurg, ebenfalls Organisator, Mitglied des Kuratoriums und Initiator der von der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung geförderten Studie zur Häufigkeit und Versorgung von Schädelhirnverletzung in Deutschland, stellte in seinem Vortrag die Ergebnisse dieser weltweit einzigartigen Studie vor. Laut dieser prospektiven Studie erleiden in jedem Jahr 273.000 Menschen eine Schädelhirnverletzung. Demnach müssen, um den erreichten Standard in der Versorgung halten zu können, jährlich 2.700 Frührehabilitationsplätze und weitere 7.000 Plätze für weiterführende Neurorehabilitationen bereitgehalten werden. "Neurologische Rehabilitation sei nicht zu Billigpreisen zu erhallten, bedenkt man, dass 30 Prozent der Unfallopfer jünger als 16 Jahre sind", so das Resümee von Prof. Klaus von Wild. "Auch die leichten Schädelhirnverletzungen sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen".

Die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung für Verletzte mit Schäden des Zentralen Nervensystems mit Sitz in Bonn wurde 1983 von Frau Dr. med. h.c. Hannelore Kohl ins Leben gerufen. In diesem Jahr begeht sie ihr 25-jähriges Jubiläum. Die Stiftung unterhält einen Beratungs- und Informationsdienst für Schädelhirnverletzte und deren Angehörige, unterstützt bei der Suche nach geeigneten Rehabilitationseinrichtungen und fördert die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Neurologischen Rehabilitation. Sie engagiert sich in der Präventionsarbeit für Unfallverhütung. Bisher konnten 26,2 Mio Euro aus Spendenmitteln für 543 Projekte an Kliniken, Institutionen und Rehabilitationseinrichtungen in Deutschland weitergegeben werden. Jedes Jahr erleiden 270.000 Menschen Schädelhirntraumen, knapp die Hälfte von ihnen ist jünger als 25 Jahre. Dank der Fortschritte in diesem Bereich kann vielen von ihnen geholfen werden.

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