Paritätischer Wohlfahrtsverband

Paritätischer legt Studie über mangelnde Effizienz bei der Vermittlung benachteiligter Jugendlicher vor

Berlin (ots) - Mangelnde Effizienz und gravierende Organisationsfehler prägen die Ausbildungsförderung für Jugendliche im Hartz IV-Bezug, wie aus einer heute vorgestellten Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hervorgeht. Insbesondere bildungsferne junge Menschen, die als noch nicht "ausbildungsreif" gelten, bleiben in dem für sie in keiner Weise bedarfsgerechten System auf der Strecke. Neben dem Rechtsanspruch auf einen Schulabschluss fordert der Verband die gesetzliche Verankerung des Vorranges für Ausbildung und die konsequente Kommunalisierung der Zuständigkeiten im SGB II.

"Auffällig ineffiziente Strukturen und unkoordiniertes, wenig zielgerichtetes Handeln prägen die Praxis und gleichen einem 'Durchwurschteln' auf Kosten der Jugendlichen", fasst Verbandsvorsitzende Heidi Merk die Ergebnisse der Studie zusammen. Entgegen dem Leitbild von Hartz IV gebe es faktisch keine Hilfen aus einer Hand. Die Jugendlichen würden hin- und her geschoben, Plätze in passfähigen Maßnahmen sowie grundlegende Absprachen zwischen den Trägern zu Förderzielen fehlten, so dass Effekte aus vorherigen Maßnahmen wirkungslos verpufften.

"Den Schaden haben ausgerechnet die, die zwingend auf ein funktionierendes System der Ausbildungsförderung angewiesen wären", beklagt Merk. "Ein Viertel von ihnen hat noch nicht einmal einen Schulabschluss. Diese jungen Menschen haben bereits Erfahrungen mit Scheitern, mit Versagen hinter sich und bräuchten dringend verbindliche Motivation und Unterstützung. Aber genau sie werden als so genannte 'Bildungsverlierer' ohne jede Perspektive im Stich gelassen."

"Um zu verhindern, dass junge Erwachsene als ungelernte Hilfsarbeiter in eine gesellschaftliche Sackgasse geschickt werden, muss der Vorrang für Ausbildung im Gesetz verankert werden. Wer fordert, muss auch fördern", so Merk. Nur durch eine Kommunalisierung der Zuständigkeiten könnten zudem regionale Ausbildungs- und Arbeitsmarktbedingungen optimal berücksichtigt, nachhaltige Fördernetzwerke aufgebaut und wirksame Hilfen aus einer Hand ermöglicht werden.

Das Bundesarbeitsministerium müsse zudem seine jüngsten Weisungen zurücknehmen, mit denen den Akteuren vor Ort die rechtliche und finanzielle Grundlage für die Schaffung passgenauer Förderangebote auf Grundlage der so genannten "Sonstigen weiteren Leistungen" entzogen wurde.

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