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Westerwelle statt Käßmann: In Deutschland treten die Falschen zurück
40 Prozent der Deutschen fordern Rücktritt von Guido Westerwelle

Hamburg (ots) - Vier von zehn Deutschen wünschen sich, dass Außenminister Guido Westerwelle zurücktritt. Bei Kanzlerin Angela Merkel erwartet das jeder vierte Bürger. Beide werden aber mit hoher Wahrscheinlichkeit im Amt bleiben. Dagegen treten häufig diejenigen zurück, von denen es nur die Wenigsten fordern. Beispiel Margot Käßmann: Ihren Rücktritt vom EKD-Ratsvorsitz hält lediglich jeder siebte Deutsche für angemessen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung der Kommunikationsagentur Faktenkontor und dem Marktforscher Toluna.

Nicht nur Käßmanns Rücktritt sehen viele Bürger als voreilig. Für das Ausscheiden von Ex-Bundespräsident Horst Köhler und Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust haben ebenfalls wenige Deutsche Verständnis. Nicht immer ist ein Rücktritt also der beste Weg, um in brenzligen Situationen die Wogen zu glätten - sei es wegen Aussagen zu der Situation in Afghanistan oder einer politischen Niederlage in der Schulpolitik. Im Gegenteil: Viele Deutsche fordern gerade in schwierigen Zeiten mehr Rückgrat. So wünschen sich 86 Prozent der Befragten, dass Amtsinhaber und Unternehmenslenker in Krisensituationen offensiv Stellung beziehen.

Anstatt das Handtuch zu werfen, sollten die Betroffenen daher in die Offensive gehen. Denn wer Fehler ehrlich bereut, dem würden 38 Prozent der Deutschen verzeihen und von Rücktrittsforderungen absehen. "Eine aktive Krisenkommunikation zahlt sich daher aus", erklärt Jörg Forthmann, Geschäftsführer der Hamburger Kommunikationsagentur Faktenkontor. Die meisten Kommunikationsabteilungen sind auf solche Szenarien allerdings unzureichend vorbereitet. "Die Folge: Die prominenten Vertreter aus Wirtschaft und Politik werden von den Medien getrieben anstatt aktiv das Medienecho mit zu gestalten", so der Kommunikations-Experte.

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Grafik: Die Top Ten der Rücktrittsforderungen 
"In den letzten Monaten sind Prominente aus Kirche, Politik und 
Wirtschaft zurückgetreten. Andere sind trotz großer Kritik weiter im 
Amt. Bei welchen der folgenden Personen finden oder fänden Sie einen 
Rücktritt aus dem Amt angemessen?"



1) Walter Mixa (Augsburger Bischof) 51,4%
2) Adolf Sauerland (Duisburger Bürgermeister) 47,9%
3) Guido Westerwelle (Bundesaußenminister) 40,9%
4) Tony Hayward (BP-Chef) 35,8%
5) Philipp Rösler (Bundesgesundheitsminister) 30,8%
6) Josef Ackermann (Deutsche-Bank-Chef) 30,3%
7) Angela Merkel (Bundeskanzlerin) 25,5%
8) Roland Koch (Ministerpräsident von Hessen) 21,1%
9) Horst Köhler (Bundespräsident) 16,6%
10) Margot Käßmann (EKD-Ratsvorsitzende)14,9%

Hintergrundinformationen
Die vorliegenden Studienergebnisse basieren auf einer 
online-repräsentativen Panelstudie von Toluna QuickSurveys im Auftrag
der Kommunikationsagentur Faktenkontor. Im August 2010 wurden dafür 
1.000 Bundesbürger befragt. Weitere Informationen unter 
www.toluna.com/quicksurveys.

Faktenkontor (www.faktenkontor.de)
Das Faktenkontor ist eine Beratungsgesellschaft für Unternehmens- und
Vertriebskommunikation und entstand am 1. Januar 2003 als Ausgründung
der Unternehmensberatung Mummert Consulting. Das Team übernimmt die 
gesamte Leistungspalette klassischer Pressearbeit, mit dem Ziel, die 
Kompetenz seiner Kunden in den Medien herauszustellen. Hierfür wird -
soweit erforderlich - über Recherche und Studien mit namhaften 
Medienpartnern die notwendige Faktenbasis gelegt. Derzeit betreut das
Unternehmen mehr als 50 Kunden.
 

Pressekontakt:

Jörg Forthmann
Faktenkontor GmbH
Normannenweg 30
20537 Hamburg
Tel.: +49 (40) 22703-7787
E-Mail: joerg.forthmann@faktenkontor.de

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