Kolpingwerk Deutschland gGmbH

Signal für einen zukunftsfähigen Sozialstaat
Kolpingerk Deutschland würdigt Vorstoß der Familienministerin

Köln/Berlin (ots) - Das Kolpingwerk Deutschland würdigt den Vorstoß von Familienministerin Schröder zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf als wertvollen gesellschaftspolitischen Impuls. "Mehr familienfreundliche Flexibilität ist nicht nur für berufstätige Eltern nötig, sondern auch für pflegende Angehörige", betont der Bundesvorsitzende des katholischen Sozialverbandes, Thomas Dörflinger MdB. Mit dem Elterngeld und dem Ausbau der Kindertagesbetreuung sei in den vergangenen Jahren einiges zu Gunsten der Eltern von Kleinkindern in Bewegung gekommen. "Darüber darf nicht verdrängt werden, dass die nächste demografische Herausforderung mit dem zunehmenden Pflegebedarf der älteren Generation schon präsent ist", ergänzt der Bundestagsabgeordnete. Der Vorschlag von Ministerin Schröder, eine zweijährige Familien-Pflegezeit mit dem Anspruch auf eine Arbeitszeitreduzierung auf 50% bei 75% des Vollzeitlohns gesetzlich abzusichern, eröffne Vorteile für die berufstätigen Pflegepersonen wie für die Unternehmen. "Ihr betriebliches Wissen geht dem Arbeitgeber nicht verloren, und die wichtige Zeit mit den und für die pflegebedürftigen Angehörigen wird ausgeweitet. Die Arbeitswelt könnte so familiengerechter werden."

Den Vorbehalten von Arbeitgebern, sie müssten dieses Modell einseitig finanzieren, sei, so Dörflinger, zu widersprechen. "Es sind die Arbeitnehmer selbst, die die Arbeitgebervorleistung nach Rückkehr auf die Vollzeitstelle durch einen dann geringeren Lohn kompensieren." In Fällen, in denen dem Arbeitnehmer eine Rückkehr auf die Vollzeitstelle nicht möglich sei, solle indes der Arbeitgeber nicht allein das Risiko tragen. "Der unverzichtbare Beitrag des Arbeitgebers wäre das Einräumen der Flexibilität für die berufstätigen Pflegepersonen, was gewiss keine kleine Herausforderung ist, aber angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung und dem wohlverstandenen Eigeninteresse am Erhalt qualifizierter Mitarbeiter letztlich alternativlos sein dürfte. Wenn auch im Detail sicherlich noch viel Klärungsbedarf besteht, z.B. hinsichtlich der Frage, ob eine Pflegezeit von zwei Jahren wirklich ausreicht, ist die von der Familienministerin eingeschlagene Richtung eindeutig und zu begrüßen", ergänzt Thomas Dörflinger.

Wichtig erscheine Ministerin Schröders Vorstoß auch vor dem Hintergrund der wenig konstruktiven Sozialstaatsdebatte der letzten Wochen. "Ihr Vorschlag zeigt als zentrale Anforderung an einen zukunftsfähigen Sozialstaat auf, dass es eines qualitativen Sprungs in der Politik, auf der Arbeitgeberseite und bei den Bürgerinnen und Bürgern bedarf. Alle drei Gruppen müssen sich durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die familienfreundliche Flexibilisierung der Arbeitswelt und die Bereitschaft, unter materiellen Einbußen Verantwortung für die pflegebedürftigen Angehörigen zu übernehmen, an der Weiterentwicklung der Pflege im Sozialstaat von morgen beteiligen. Der Staat allein wird dies nicht richten können. Verantwortung und Solidarität sind keine Einbahnstraßen", stellt Thomas Dörflinger fest.

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