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Caparros fordert "Revolution" im Lebensmittelhandel
REWE-Chef: "Nachhaltigkeit, Allianzen statt Konzentration sowie verstärkte Kooperation Industrie/Handel als zentrale Herausforderungen"

Köln (ots) - "Wenn wir nicht mit unseren traditionellen Geschäftsmodellen brechen, fährt die Ernährungsbranche - Handel und Industrie - sehenden Auges vor die Wand." Mit diesen drastischen Worten warnte der Vorstandsvorsitzende der REWE Group, Alain Caparros, vor dem einfachen und oft nur bequemen ´Weiter so´ im scharfen Wettbewerb des deutschen und europäischen Lebensmittelhandels. "Wir müssen unser Geschäft in zentralen Punkten verändern. Wir müssen in Teilen revolutionieren. Und wir müssen schnell damit anfangen", forderte Caparros heute vor mehr als 600 Teilnehmern aus über 50 Ländern auf dem 52. CIES World Food Business Summit in München.

Die konsequente Orientierung an den Prinzipien der Nachhaltigkeit und der sozialen Verantwortung bezeichnete der REWE-Chef als eine der zentralen Herausforderungen: "Die Kunden im Lebensmittelhandel erwarten sehr viel mehr als niedrige Preise. Sie wollen faire Preise." Das hätten jüngst die Auseinandersetzungen um den Milchpreis eindrucksvoll belegt. Der Lebensmittelhandel befinde sich mitten in einem neuen qualitativen Wettbewerb um das Kundenvertrauen. Die Unternehmen müssten deshalb entlang der gesamten Wertschöpfungskette zukunftsweisende Antworten auf drängende ökologische und soziale Fragen geben. Die Entscheidung der REWE Group, seit Beginn dieses Jahres ihren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu beziehen, sei dafür beispielhaft.

Die Lebensmitteleinzelhändler in Europa sollten sich zugleich für neue Formen der Kooperation untereinander öffnen, sagte der Vorstandsvorsitze der REWE Group in München. In strategischen Allianzen könnten die europäischen Lebensmittelhändler die Chancen der wirtschaftlichen Globalisierung noch effizienter nutzen. Wegweisend für dieses Modell sei die strategische Allianz Coopernic der fünf unabhängigen Handelsunternehmen Colruyt (Belgien), Conad (Italien), Coop (Schweiz), E. Leclerc (Frankreich) und der REWE Group. "Als strategische Allianz erschließt Coopernic den Beteiligten ganz neue Entwicklungsperspektiven auf dem Gebiet der internationalen Expansion", sagte Caparros. Im Dezember 2007 wurde Coopernic erstmals mit einer internationalen Akquisition aktiv. Die Allianzpartner übernahmen insgesamt 80 Prozent Aktienanteile an der baltischen Einzelhandelskette IKI. Das Unternehmen ist mit mehr als 200 modernen Supermärkten und Discount-Märkten in Litauen und Lettland präsent. Damit ist IKI die Nummer 3 im baltischen Lebensmittelhandel.

Caparros setzte sich beim 52. CIES World Food Business Summit auch für ein neues, verbessertes Verhältnis von Handel und Konsumgüterindustrie ein. Alte Gegensätze und veraltete Denkmuster müssten überwunden werden. "Unsere Kunden nehmen uns, Handel und Industrie gemeinsam, als Dienstleister wahr", so der REWE-Chef. "Sie erwarten von uns, dass wir Ihre Bedürfnisse frühzeitig erkennen und immer bessere Lösungen anbieten und echten Mehrwert schaffen." Konkrete Ansatzpunkte für die konsequent kundenorientierte Kooperation von Handel und Industrie seien beispielsweise mehr wirklich innovative Produkte. Über 80 Prozent aller vermeintlichen Produktinnovationen der Konsumgüterindustrie seien nach einem Jahr mangels Erfolg wieder aus den Regalen des Einzelhandels verschwunden. "Mit dem Wissen über die Kundenbedürfnisse, das wir als Händler beisteuern können, hätten Industrie und Handel gemeinsam viel größere Chancen, den Kunden wirkliche Innovationen anzubieten", sagte Caparros.

Der Vorstandsvorsitzende der REWE Group kündigte in München an, sich zukünftig als Präsident von Coopernic verstärkt um die Modernisierung des Verhältnisses von Handel und Industrie zu kümmern. Caparros übernimmt diese Funktion am 1. Juli 2008 für zwei Jahre.

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