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"Corelli"-Handys: keine Hinweise auf Verbindungen zum NSU

Berlin (ots) - Die Auswertung neuer Handys und SIM-Karten des verstorbenen Spitzels "Corelli" hat keine Verbindungen zur rechtsextremen Terrorgruppe NSU ergeben.

Das ist das Ergebnis der Untersuchung, die der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete Jerzy Montag für das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages durchgeführt hat. Der als "geheim" eingestufte Bericht liegt dem rbb-Inforadio vor. Das Bundeskriminalamt hat dafür insgesamt 22 Mobiltelefone sowie zahlreiche SIM-Karten und andere Speichermedien ausgewertet, die "Corelli" oder sein V-Mann-Führer beim Verfassungsschutz verwendet hatten. Dabei hätten sich "keine neuen Bezüge und Erkenntnisse zum NSU-Komplex" ergeben, schreibt Montag.

Ein Jahr, nachdem Montag seinen ersten Untersuchungsbericht zum Fall "Corelli" vorgelegt hatte, waren beim Bundesamt für Verfassungsschutz bis dahin unbekannte Handys und SIM-Karten aufgetaucht, die der V-Mann genutzt hatte. Montag war daraufhin erneut beauftragt worden, der Frage nachzugehen, ob es Hinweise auf Verbindungen zwischen "Corelli" und dem NSU-Trio oder dessen Unterstützern gibt. In seinem Bericht kritisiert Montag unter anderem, dass es beim Bundesamt für Verfassungsschutz keinerlei Bestimmungen gegeben habe, wie mit ausrangierten Handys oder SIM-Karten von V-Leuten zu verfahren sei.

"Corelli" alias Thomas R. war fast 20 Jahre lang eine der Top-Quellen des Bundesamts für Verfassungsschutz in der rechtsextremen Szene, bis er 2012 enttarnt wurde. Nur anderthalb Jahre später starb er in einem Zeugenschutzprogramm überraschend im Alter von 39 Jahren. Die Todesumstände werden zur Zeit erneut untersucht. Der Sachverständige, der ursprünglich als Todesursache eine unerkannte Diabetes-Erkrankung diagnostiziert hatte, hat inzwischen eingeräumt, dass Thomas R. auch an Rattengift gestorben sein könnte.

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