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foodwatch zur Debatte über die Zulassung der Genmais-Sorte 1507

Berlin (ots) - Zur Diskussion über eine EU-weite Zulassung der genveränderten Mais-Sorte 1507 des US-amerikanischen Konzerns Dupont Pioneer erklärt Martin Rücker, Sprecher der Verbraucherorganisation foodwatch:

"Die Bundeskanzlerin und die Europäische Kommission agieren als Handlanger der Gentechnik-Industrie, wenn sei einseitig die Zulassung neuer Sorten vorantreiben, den Verbrauchern aber eine umfassende Kennzeichnung verweigern. Wer so agiert, will eine mehrheitlich nicht akzeptierte Technik gegen den Willen der Menschen durchsetzen.

Gleich, ob es am Ende zu einer Zulassung von 1507 kommt oder nicht: Die Verbraucher haben ein Recht darauf, selbst zu entscheiden, ob sie Agrargentechnik unterstützen wollen oder nicht. Die EU muss dazu als allererstes die Kennzeichnungslücke bei Tierprodukten schließen. Weil bei Milch, Fleisch oder Eiern kein Hinweis auf den Einsatz genveränderter Futtermittel erfolgen muss, kaufen die Menschen schon heute ohne ihr Wissen massenweise Produkte, die mithilfe von Agrargentechnik hergestellt wurden."

Hintergrund: In der EU muss der Einsatz von Agrargentechnik nur dann gekennzeichnet werden, wenn ein Lebensmittel direkt gentechnisch veränderte Zutaten enthält. Der Einsatz genveränderter Futtermittel ist beim Endprodukt jedoch nicht kennzeichnungspflichtig: Ob Tiere genverändertes Futter erhielten, können Verbraucher daher beim Kauf von Milch, Fleisch oder Eiern nicht erkennen. Damit werden sie unwissentlich - und häufig gegen ihren Willen - zu Unterstützern der Agrargentechnik gemacht, die sie mit ihrem Kauf zum Anbau genveränderter Futterpflanzen beitragen. foodwatch fordert, diese Kennzeichnungslücke zu schließen und den Einsatz von Agrargentechnik auch bei Tierprodukten zu kennzeichnen.

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