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Lübecker Nachrichten: Wirtschaftsforscher fordert Konjunkturprogramm

    Lübeck (ots) - Deutschland braucht rasch ein Konjunkturprogramm in Form gezielter Steuersenkungen, die Bürgern mit kleinen Einkommen zugute kommen, fordert der Hamburger Wirtschaftsforscher Thomas Straubhaar. Im Gespräch mit den "Lübecker Nachrichten" (Donnerstag-Ausgabe) nannte der Direktor des Hamburger Weltwirtschafts-Instituts (HWWI) die weitere Erhöhung des steuerlichen Grundfreibetrages und die Aussetzung des Solidarbeitrages sowie den Verzicht auf die Erhöhung des Krankenkassen-Beitragssatzes auf 15,5 Prozent ab Januar. Auch öffentliche Investitionen wie die Sanierung von Schulen und andern Gebäuden wären geeignete Instrumente, sagte Straubhaar den "Lübecker Nachrichten". "Steuersenkungen sind jetzt angebracht, denn der Konjunkturabschwung wird als Folge der Finanzmarktkrise länger dauern als bisher erwartet", so Straubhaar. "Erst im zweiten Halbjahr 2009 wird es wieder aufwärts gehen. Im ersten Halbjahr 2009 werden wir voraussichtlich eine kleine Rezession bekommen." Es sei jetzt wichtig, den Konsum zu stützen. Deshalb sollten Steuersenkungen vor allem Familien mit kleinen Einkommen zugute kommen. "Sie würden das Geld, das sie mehr zur Verfügung haben, auch ausgeben. Es würde mehrheitlich nicht auf ein Sparkonto wandern." Dazu sollte der steuerfreie Grundbetrag von jetzt rund 15.000 Euro im Jahr für eine Familie erhöht werden - indem er pro Kopf der Familienangehörigen angesetzt wird.  "Das nützt Familien mit kleinen Einkommen schnell und direkt", begründete Straubhaar seinen Vorschlag.

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