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Atomkompromiss: Kommunen setzen Rekommunalisierung unbeirrt fort

Hamburg (ots) - Seit gut zwei Jahren sind überall in Deutschland Kommunen dabei, ihre Stadtwerke schrittweise zurückzukaufen. Gleichzeitig bemühen sich Städte und Gemeinden verstärkt um den Abschluss von Konzessionsverträgen, mit denen festgelegt wird, wer den Strom zu den Endkunden transportieren darf. Allein bis 2011 laufen rund 2.000 Lizenzen für den Netzbetrieb aus. Die damit verbundenen Investitionen werden jedoch jetzt durch den von der Bundesregierung ausgehandelten Atomkompromiss zur Laufzeitverlängerung auf den Prüfstand gestellt. Ersten Einschätzungen zufolge wird sich dabei an den gefassten Zielvorgaben für die Kommunen wenig ändern müssen. Der Grund: Die Positionierung als Anbieter alternativer Energien ist ein Pfund, mit dem die Städte und Gemeinden wuchern können, so eine aktuelle Markteinschätzung von Steria Mummert Consulting.

"Wie die emotionale Diskussion der vergangenen Tage zeigt, werden sich viele Kunden künftig ganz bewusst für Produkte aus erneuerbaren Energien entscheiden. Gerade wenn die Vertriebsstrategie und das daraus resultierende Marketing des jeweiligen kommunalen Versorgers klar erkennbar auf diese Produkte Bezug nehmen, dürften Verbraucher bereit sein, mehr für diese Energie zu bezahlen", sagt Hagen Förster, Senior Manager bei Steria Mummert Consulting.

Zweifelsfrei wird der nun gefundene Atomkompromiss die Preisspanne zwischen konventionellem und alternativem Strom für längere Zeit aufrechterhalten und damit den Zeitpunkt der Amortisierung von Investitionen in erneuerbare Energien verschieben. Andererseits kommt die Entscheidung für die Kommunen auch nicht so überraschend, dass sie nicht in einem gewissen Umfang in ihren Investitionsplänen schon berücksichtigt worden sein dürfte. Hinzu kommt, dass alle Berechnungen derzeit statisch die aktuellen Beschaffungspreise und Rahmenbedingungen in die Zukunft fortschreiben. Sowohl bei Öl wie auch bei Kohle und Gas gibt es aber unter Experten kontroverse Diskussionen darüber, wie sich die Rohstoffpreise künftig entwickeln werden.

Die Rekommunalisierung der vergangenen Jahre wurde zudem mitnichten nur vor dem Hintergrund erhoffter monetärer Erfolge vorangetrieben. Vielen Kommunen ging und geht es noch immer um die Wiedererlangung von Entscheidungsfreiheit. Erlaubt doch ein höherer Grad an Autonomie, bei der Energieerzeugung und -verteilung kommunale beziehungsweise regionale Anforderungen insbesondere hinsichtlich Investitionen und Kooperationen angemessen zu berücksichtigen.

Der (Wieder-)Einstieg der Kommunen in die Energiewirtschaft ist allerdings kein einfacher Weg. Im Zuge der Privatisierung ist sehr viel Know-how verloren gegangen. Nun muss dieses Wissen - zum Beispiel in Sachen Netzbetrieb und Energiehandel - neu aufgebaut werden. Ohne den Einsatz von Partnerunternehmen und Dienstleistern sowie Kooperationen mit anderen Kommunen eine nur schwer zu bewältigende Aufgabe.

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