Deutscher Feuerwehrverband e. V. (DFV)

Gemeinsames Büro als "Basisstation in Brüssel"
Deutscher Feuerwehrverband und LFV Hessen im "Mehr-Generationen-Haus"

Berlin (ots) - "Frühzeitiges Aufmerken in Brüssel kann praxisfremde Regelungen für die Feuerwehren in Deutschland verhindern!", erklärte Ralf Ackermann, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), bei der Eröffnung des DFV-Europabüros im Mehr-Regionen-Haus der Hessischen Landesvertretung in Brüssel.

"Die föderalistisch aufgebauten deutschen Feuerwehren haben systembedingt Probleme, sich im weiten Spektrum der Europäischen Union wiederzufinden. Deshalb sehen wir die Interessenvertretung unseres Feuerwehrsystems in fachlichen Fragen als ungemein wichtige Aufgabe an", erläuterte Ackermann. In den Gremien der Europäischen Union sind unterschiedliche feuerwehrrelevante Themen bei verschiedenen Generaldirektionen beheimatet - etwa Schutzkleidung, Führerschein, Arbeitszeit oder Fahrzeugnormen.

Bereits seit 2008 hatte der Deutsche Feuerwehrverband eine Vertretung der deutschen Feuerwehren bei der Europäischen Union im Haus der Hessischen Landesvertretung unterhalten. Diese zog nun in das Mehr-Regionen-Haus in der Rue Montoyer. Der DFV teilt sich hier das Büro mit dem Landesfeuerwehrverband Hessen; durch die hessische Landesregierung wird das erste Europabüro eines nationalen Feuerwehrverbandes von Beginn an unterstützt.

"Feuerwehr ist mehr als Brandeinsatz oder Katastrophenschutz: Sie ist ein Motor der öffentlichen Gemeinschaft, eine richtige Bürgerinitiative und unverzichtbar", lobte Werner Koch, Staatssekretär im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport. "Dies muss den Entscheidungsträgern auf europäischer Ebene immer wieder verdeutlicht werden, damit sie es im Blick behalten!", appellierte er. Das Europabüro als "Basisstation in Brüssel" bezeichnete Staatssekretär Koch hierbei als richtigen Weg.

Podiumsdiskussion: "Präventionsarbeit vor Katastrophenschutzeinsatz!"

Eine Podiumsdiskussion befasste sich im Rahmen der Eröffnung mit Herausforderungen für Feuerwehr und Katastrophenschutz auf europäischer Ebene unter anderem in Bezug auf die Überlegungen zur Installation einer ständigen Eingreiftruppe für Katastrophenschutzeinsätze:

   - Michael Gahler, MdEP, Mitglied im Unterausschuss für Sicherheit 
     und Verteidigung, forderte Unterstützung durch die Europäische 
     Kommission, um die Verbreitung von Beispielen guter Praxis etwa 
     beim Aufbau eines erfolgreichen Katastrophenschutzes zu fördern.
   - Dr. Alexander Kopke, stellvertretender Referatsleiter der 
     Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der 
     Europäischen Kommission, stellte die Notwendigkeit einer 
     europäischen Koordinierungsstelle für Hilfsanforderungen klar - 
     diese Rolle erfülle das Zentrum für die Koordinierung von 
     Notfallmaßnahmen (Emergency Response Coordination Centre, ERCC).
   - Hartmut Ziebs, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, 
     unterstrich, dass es seitens der deutschen Feuerwehren keine 
     Vorbehalte gebe, auf europäischer Ebene zu helfen: "Es ist 
     jedoch zunächst die Präventionsarbeit gefragt, ehe der 
     Katastrophenschutz eingreifen muss." Hier sah er noch den Bedarf
     an Aufklärungsarbeit in vielen Ländern.
   - Gunnar Milberg, Vorsitzender des Ausschusses 
     "Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile 
     Verteidigung" des AK V der Innenministerkonferenz, erklärte: 
     "Die EU ist nicht der Gegner; wir müssen nur in manchen 
     Bereichen Fehlentwicklungen vermeiden!" 

Auch Themen wie Nachwuchsgewinnung, grenzübergreifende Kommunikationstechnik und die Bedeutung des Zivilschutzes kamen zur Sprache. Die Podiumsdiskussion stieß bei den rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung auf großes Interesse - darunter Europaabgeordnete, Vertreter des europäischen Auswärtigen Dienstes und der Europäischen Kommission, der Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes, Albert Kern, zahlreiche Führungskräfte des Hessischen Landesfeuerwehrverbandes sowie Repräsentanten der anderen "Mitbewohner" im Mehr-Regionen-Haus.

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