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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Ungarn/Orban/Merkel

Stuttgart (ots) - Die Proteste mit fast 100 000 Teilnehmern gegen die Internetpläne zeigen, dass die tot geglaubte Opposition in Ungarn noch am Leben ist. Im Netz organisieren sich immer mehr Gruppen, die zum Widerstand gegen den übermächtigen Premier aufrufen. Die Kritiker Victor Orbans haben vielleicht mehr Rückenwind von dem Besuch der deutschen Kanzlerin erwartet. Doch Angela Merkel hat getan, was sie konnte. Sie hat deutlich die Defizite angesprochen und Orban aufgefordert, die kritischen Stimmen nicht zu unterdrücken. Merkel ist nicht auf Frontalkonfrontation gegangen. Ihr Besuch signalisiert, dass Ungarn in Europa nicht isoliert ist. Das ist gut so. Das heißt aber auch, dass der Premier nicht tun und lassen kann, was er will - auch wenn die Union im Moment andere Sorgen hat.

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