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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu WTO/Handelsabkommen

Stuttgart (ots) - Es besteht kein Grund dazu, den Erfolg von Genf überschwänglich zu feiern. Das hat weniger damit zu tun, dass von der Verabschiedung eines Kompromisses bis zur Umsetzung in die tägliche Praxis an jeder Grenze noch ein weiter Weg ist. Die WTO insgesamt erweist sich als ein zu schwerfälliges Vehikel für die großen Themen des Welthandels. Der Streit mit Indien um Subventionen für Nahrungsmittel belegt das. Natürlich sind die sozialpolitisch motivierten Subventionen für ausländische Anbieter ein Handelshemmnis. Ebenso können Gesundheits-, Hygiene- und andere Vorschriften von all jenen Ausländern als Handelshemmnisse gegeißelt werden, die sich nicht daran halten wollen, weil sie es auf ihrem Heimatmarkt nicht müssen.

Konfliktfrei wäre diese Welt nur, wenn global, in Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern, gleiche Regeln gelten würden. Das ist aber weder wahrscheinlich noch wünschenswert. Will die WTO in Konkurrenz zu den großen bilateralen Verhandlungsrunden überhaupt noch eine Zukunft haben, so muss sie versuchen, in kleinen, überschaubaren Schritten - etwa beim Thema Bürokratie - voranzukommen.

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